Meine Kundin möchte ein Microblading – wie stelle ich fest, ob das die richtige Wahl ist?
Powderbrows sind derzeit sehr beliebt und verleihen deinen Augenbrauen einen wunderschönen Make-up-Look. Microblading wirkt dagegen natürlicher. Beim Microblading werden mit dem Messer Haarstriche gesetzt, und nach der Heilung hast du einen natürlichen Look geschaffen. Microblading verblasst im Allgemeinen schneller als Powderbrows. Ein weiterer großer Unterschied ist, dass Powderbrows auf jedem Hauttyp möglich sind, Microblading hingegen nicht.
Es ist durchaus verständlich, dass manche Damen, vor allem ältere, sich nicht für Powderbrows entscheiden, sondern lieber eine Microblading-Behandlung wünschen. Du kannst dies direkt durchführen, aber die Beurteilung der Haut ist dabei sehr wichtig. Wenn die Haut für Microblading nicht geeignet ist, wird das Ergebnis enttäuschend ausfallen und schneller verblassen. Wenn du die
Haut
beurteilt und die Kundin darüber informiert hast, ist die Entscheidung bewusst getroffen und du kannst nicht für deine Arbeit haftbar gemacht werden.
Beurteile die Haut für Microblading
Wie beurteilst du, ob die Haut für Microblading geeignet ist? Hautstruktur und Alter sind wichtig. Menschen mit trockener Haut und wenigen Poren sind im Allgemeinen für Microblading geeignet. Bei fettiger Haut sieht die Sache anders aus.
Wenn du glänzende, fettige Haut siehst, ist es ratsam, die Haut genau zu betrachten. Ich beurteile die Haut, indem ich mir die Poren in der Augenbraue mit einer Lupe ansehe. Streiche die Härchen mit einem Wimpernbürstchen zur Seite und betrachte die Porenstruktur durch die Lupe. Natürlich hat jeder Poren, aber sind es sehr viele und sind sie groß? Dann wird das Microblading nicht so funktionieren, wie es soll.
Bei großen und zahlreichen Poren in der Haut wird das Einbringen des Pigments schwieriger, da viel Talg und Fett aus der Porenstruktur austritt. Dadurch kann nur wenig Pigment in die Haut aufgenommen werden und das Microblading wird nicht gut haften.
Auch während der Behandlung selbst kannst du erkennen, ob sie erfolgreich sein wird. Überlege dir, wie viele „Durchgänge“ du machen möchtest; nach den ersten Durchgängen siehst du bereits, ob das Pigment gut aufgenommen wird. Bei empfindlicher oder reiferer Haut verwende ich oft andere Nadelmodule und greife zu einer feineren Nadel. Darüber werde ich in einem anderen Blogbeitrag mehr erzählen.
Besprechen Sie die Optionen mit Ihren Kunden
. Beurteilen Sie die Haut während des Erstgesprächs und gehen Sie die Optionen und Möglichkeiten gründlich mit dem Kunden durch, damit er auch versteht, warum Sie Microblading empfehlen oder nicht. In meinem Salon fallen fettige Hauttypen automatisch unter eine Powder-Brows-Behandlung.
Eine Alternative für Kunden, die dennoch gerne Striche wünschen, ist die 3D-Brows-Behandlung. Die Porenstruktur der Augenbraue auf der Nasenseite ist bei fast jedem gering. Bei 3D-Brows setzt man am Anfang der Augenbraue einige Striche für den natürlichen Look und den Rest der Augenbraue vollendet man mit der Pudertechnik.
Altes Microblading ersetzen
Viele Kunden kommen mit altem Microblading zu uns. Sie möchten die Augenbrauen mit Microblading nacharbeiten lassen, obwohl die Haut dafür nicht geeignet ist. Leider werden in der Branche Fehler gemacht, und um diese zu korrigieren, muss das alte PMU oft weggelasert werden. Nachdem die Haut 2 bis 3 Monate Ruhe hatte, setze ich neue Powderbrows. Obwohl Microblading schnell verblasst, bleibt immer ein Farbstich zurück. Bevor wir die Augenbrauen erneut behandeln, muss dieser erst weggelasert werden, damit ich auf einer sauberen „Leinwand“ mit schönen neuen Brauen beginnen kann.
Tipps zur Nachbehandlung bei Microblading & Powderbrows
Die Kundin weiß nicht immer, welche Folgen es haben kann, wenn sie sich für Microblading entscheidet. Es liegt an dir als Fachkraft, dies zu beurteilen. Trau dich auch, Kunden Nein zu sagen – du möchtest doch, dass sie zufrieden sind und gerne wieder zu dir kommen, oder?

Viele Grüße, Elham!




